Kein McDonald's am Steinfels

Ein McDonald's mit 161 Sitzplätzen, Take-away, McDelivery und Öffnungszeiten bis 06:00 Uhr morgens — geplant im Erdgeschoss eines Wohnhauses mit 50 Wohnungen an der Heinrichstrasse 267 in Zürich. Die IG Steinfelsareal wehrt sich.

Was am Steinfels-Areal geplant ist

161
Sitzplätze im geplanten McDonald's
50
Wohnungen/Ateliers direkt über dem Lokal
06:00
Öffnungszeiten am Wochenende bis frühmorgens
82 dB
Kältemaschine auf dem Dach — permanent, 24/7 (Dämmung unklar)

Ein Fast-Food-Restaurant in einem Wohnhaus

Das Industriequartier um das Steinfels-Areal ist nicht mehr das, was sein Name suggeriert. In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Gebiet zwischen Escher-Wyss-Platz und Hardbrücke von einer industriellen Brache zu einem Wohnquartier entwickelt. Die Einwohnerzahl von Zürich-West ist in dieser Zeit von rund 1'600 auf über 5'400 gestiegen — eine Verdreifachung.

Zwei neue Schulhäuser sind in diesem Umfeld entstanden: das Schulhaus Schütze (Heinrichstrasse, ausgezeichnet mit der Auszeichnung für gute Bauten 2016–2020) und die Schulanlage Pfingstweid. Dass die Stadt Zürich hier Schulhäuser baut, ist die Antwort auf eine Bevölkerung, die hier bleibt und Kinder grosszieht.

Das geplante McDonald's liegt im Erdgeschoss eines Wohnhauses mit 50 Wohnungen — direkt unter den Schlafzimmern der Mieterschaft. Die Heinrichstrasse ist eine Wohnstrasse an der Hardbrücke, in unmittelbarer Nähe zu den beiden neuen Schulhäusern und einer bereits dichten Gastronomiezone.

Öffnungszeiten im Baugesuch:

So–Mi: 08:00–02:00 Uhr
Donnerstag: 08:00–04:00 Uhr
Freitag–Samstag: 08:00–06:00 Uhr

Ein Betrieb, der am Wochenende bis 06:00 Uhr morgens geöffnet ist, produziert zwischen 22:00 und 06:00 Uhr Take-away-Lärm, Gastegspräche, Türschlagen, Motorstarts — direkt unter 50 Wohnungen.

Lärm, Geruch, Littering — messbar und nachbarrechtlich

Kältemaschine: 82 dB permanent

Das Lärmgutachten der HTA Haustechnische Anlagen AG (23.06.2026) weist für die Kältemaschine auf dem Dach im 6. OG 82 dB Schallleistung permanent aus. Die LSV-Grenzwerte für Wohnzonen (ES II) liegen bei 55 dB Tag / 45 dB Nacht. Die Anlage liegt +37 dB über dem Nachtwert — selbst in einer Industriezone wäre 82 dB nicht legal.

Die Anlage läuft 24/7, weil die Kühlräume nachts auf Temperatur bleiben müssen. Sie steht direkt über den Schlafzimmern von 50 Wohnungen.

Geruch und Littering

Eine McDonald's-Gastroküche mit 35–40 Litern Frittieröl pro Tag produziert fetthaltige Abluft, die über die Fortluftführung aufs Dach geleitet wird. McDonald's-typische Geruchsimmersionen sind wahrnehmbar im Umkreis von 50–100 m — das Areal rundum ist Privatbesitz (Swiss Life/Livit, Steinfels AG, ZKB).

McDonald's-Verpackungsmüll landet auf dem Privatgrund der Nachbar-Eigentümer und im Innenhof des Hauses 267. Die IG fürchtet, dass die Reinigung des Areals auf die Mieternebenkostenabrechnung abgewälzt wird.

Brandschutz: erhebliche bauliche Eingriffe in ein Wohnhaus

Der Brandschutzbeschrieb der BS-Konzept AG (QSS 2) sieht brandabschnittsbildende Wände EI 30 und vertikale Fluchtwege REI 60-RF1 vor. Das Wohnhaus wird brandschutztechnisch aufgerüstet, um einen McDonald's-Betrieb im Erdgeschoss zu erlauben — Trennwände, Fluchtwege, Brandschutztüren, Schachtanpassungen durch Wohnetagen.

Am Limmatquai hat das Gericht die Baubewilligung aufgehoben

Am 10. April 2026 hat das Baurekursgericht des Kantons Zürich die Baubewilligung für eine McDonald's-Filiale am Limmatquai 48 vollständig aufgehoben (BRGE I Nr. 0052/0053/2026). Die Begründung: die bauliche Gestaltung sei ein nicht auflageweise behebbarer Mangel. 15 Rekurrenten und 3'807 Unterschriften hatten den Widerstand getragen. Der Fall zeigt: eine Baubewilligung für McDonald's ist keineswegs selbstverständlich — auch wenn die Stadt Zürich im ersten Schritt bewilligt.

Limmatquai 48 (gewonnen) Steinfels-Areal (übertragbar) Bewertung
Kamine zu hoch → Stadtbild gestört Kältemaschine 82 dB → Wohnqualität gestört Stärker — messbarer Lärm-Grenzwert-Bruch
Gestalterischer Mangel, nicht auflageweise behebbar Kältemaschine + Fortluftführung + Brandschutz — nicht ohne Umbau behebbar Vergleichbar
Finanziell motiviert, nicht funktional Kältemaschine auf Dach = kostengünstige Platzierung Übertragbar
15 Rekurrenten, 3'807 Unterschriften IG + 50 Haushalte + evtl. Nachbar-Eigentümer Potentiell breiter
Private Eigentümerin (Swiss Life) Private Eigentümerin (Friedrich Steinfels AG) Identisch

Der Hebel ist nicht die Stadt, sondern das Baurekursgericht

Die Stadt Zürich wird das Baugesuch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bewilligen — wie am Limmatquai, wie an der Rämistrasse. Das Baubewilligungsverfahren ist formal-rechtlich: «passt nicht ins Quartier» ist kein Ablehnungsgrund, Immissionen sind nachbarrechtlich und werden erst im Rekurs verhandelt. Der Hebel ist der Rekurs am Baurekursgericht.

⚠ Frist: 3. September 2026

Das Baugesuch Heinrichstrasse 267l liegt vom 14. August bis 3. September 2026 im Amtsblatt auf (Einzelmitteilung 2026/0544). Wer den Bauentscheid nicht bestellt, hat keine Parteistellung und kein Rekursrecht.

Bauentscheid bestellen bis 3. September 2026

  1. Bauentscheid bestellen — auf eBaugesucheZH nach «Heinrichstrasse 267» suchen, Bauentscheid bestellen (CHF 50.–). Ohne Bestellung keine Parteistellung, kein Rekursrecht.
  2. Baugesuchsdokumente einsehen — Pläne, Lüftungsplan, Schallschutznachweis, Statik, Brandschutzbeschrieb, Betriebskonzept.
  3. Rekurseingabe — beim Baurekursgericht des Kantons Zürich, innerhalb 30 Tagen ab Bauentscheid-Zustellung.
  4. Rekurrenten sammeln — mindestens 15, analog Limmatquai. Jeder mit individueller Bestellung + individuellem Rekurs.

Fristen und Schritte

14. Aug 2026

Baugesuch im Amtsblatt

Das Baugesuch Heinrichstrasse 267l liegt im Amtsblatt auf. Ab jetzt können Unterlagen eingesehen und der Bauentscheid bestellt werden.

3. Sep 2026

Frist: Bauentscheid bestellen

Letzter Tag, um den Bauentscheid auf eBaugesucheZH zu bestellen. Wer verpasst, ist nicht Partei im Verfahren.

≈ 30 Tage

Rekursfrist ab Zustellung

Ab Zustellung des Bauentscheids läuft die 30-tägige Rekursfrist. Danach wird die Bewilligung rechtskräftig.

laufend

Rekurrenten sammeln & Anwalt prüfen

Mindestens 15 individuelle Rekurrenten analog Limmatquai. Prüfung einer baurekurs-erfahrenen Kanzlei.

So können Sie mithelfen

Die IG Steinfelsareal vertritt über 50 Haushalte. Je mehr Menschen den Bauentscheid bestellen und rekurrieren, desto stärker das Verfahren. Am Limmatquai haben 15 Rekurrenten und 3'807 Unterschriften gereicht.

1

Bauentscheid bestellen

Suchen Sie auf eBaugesucheZH nach «Heinrichstrasse 267» und bestellen Sie den Bauentscheid (CHF 50.–). Nur so erhalten Sie Parteistellung und Rekursrecht.

Zum Portal eBaugesucheZH
2

Mitglied werden

Die IG Steinfelsareal ist der Verein der Anwohnerschaft. Wer Mitglied wird, stärkt die Stimme des Quartiers und wird über alle Schritte informiert.

Kontakt aufnehmen
3

Petition unterschreiben

Am Limmatquai haben 3'807 Unterschriften den Widerstand getragen. Eine Petition zeigt der Eigentümerseite und der Öffentlichkeit, dass das Quartier steht.

Petitions-Link folgt in Kürze

Den Rekurs finanzieren

Ein Rekurs vor dem Baurekursgericht kostet Geld — Gerichtsgebühren, Gutachten, anwaltliche Vertretung. Am Limmatquai betrug die Gerichtsgebühr allein 6'200 CHF. Ihre Spende hilft, diese Kosten zu tragen.

Spendenkonto IG Steinfelsareal

Verein IG Steinfels

CH__ ____ ____ ____ ____ __

Verwendungszweck: «Rekurs Steinfelsareal»

IBAN wird in Kürze veröffentlicht. Vorab per E-Mail erfragen: igsteinfels@gmail.com

Transparenz

Die IG Steinfelsareal ist ein Verein. Spenden fliessen ausschliesslich in die Rekurskosten (Gerichtsgebühren, Gutachten, anwaltliche Vertretung). Über die Verwendung wird gegenüber den Mitgliedern Rechenschaft abgelegt.

Berichterstattung und Quellen

Inside Paradeplatz · 23.08.2026